Wir lassen unser Quartier nicht ausverkaufen!

Balintra AG soll mit Stadt Zürich in Verhandlung treten, um die Häuser in Wollishofen zu erhalten!

Nach einer Massenkündigung an der Etzel-, Staub- und Bellariastrasse stehen mehrere Dutzend MieterInnen vor dem Nichts. Die geplante Arealüberbauung ist weder bekannt noch baureif. Die SP2 ist entsetzt, wie erneut Wollishofen Standort für renditeorientierte Areal-überbauungen werden soll. Wir fordern den Bauherrn auf, Verhandlungen mit der Stadt Zürich und den MieterInnen aufzunehmen, mit dem Ziel, Alternativen zu finden, die sozial verträglich sind.

In den Mehrfamilienhäusern an der Etzelstrasse 49, Staubstrasse 26 & 28 und Bellariastrasse 81, 83 & 85 wurde allen MieterInnen die Wohnung gekündigt. In einer Ueberrumpelungsaktion sollten die MieterInnen im Beisein von Vertretern der Eigentümerschaft ein Papier zur Kündigung unterzeichnen, bevor sie sich über die rechtlichen Folgen ein Bild verschaffen konnten – ein Ansinnen, das die meisten zu Recht zurückgewiesen haben. Soziale Verantwortung gehört offenbar weder für die Besitzerin Balintra AG noch für die Verwalterin Livit AG (beide der UBS gehörig) zum Geschäftsmodell. Obwohl es sich um potente Firmen handelt, wurde den MieterInnen weder ein Nachfolgeangebot gemacht, noch eine Etappierung der Bauten vorgesehen, die ein Verbleiben von MieterInnen im Quartier ermöglichen würde Erneut soll also im Kreis 2 guter Wohnraum mit dem Konzept der Arealüberbauung in eine Renditenliegenschaft umgewandelt werden.

Die heutige Praxis der Arealüberbauungen lädt zu dieser Art des Vorgehens geradezu ein. Was einst als Ausnahmeregelung für grosse Areale gedacht war, ist zu einem Privileg für Grossinvestoren verkommen, die gegenüber Besitzern einer einzelnen Liegenschaft einen ungerechtfertigten Marktvorteil erhalten. Als Resultat gelingt es Grossinvestoren immer wieder, die für eine Arealüberbauung benötigten Parzellen zu kaufen.

Als Gegengewicht und als Schutz für die Nachbargrundstücke wird im kantonalen Planungs- und Baugesetz für Arealüberbauungen einzig eine "gute Einfügung" in die Umgebung und besonders gute Architektur verlangt. Diese Anforderungen liessen sich in jüngster Vergangenheit zu oft mit ein paar schönen Sätzen erledigen, in denen die Begriffe "filigran" und "einladend" exzessiv benützt wurden.

Die SP2 verlangt, dass die Praxis der Bewilligung angepasst wird. Die Arealüberbauung soll originelle Lösungen möglich machen, aber kein Renditeprivileg darstellen, mit dem kleinere Marktteilnehmer ausgeschlossen werden und mit dem die geltende Bau- und Zonenordnung ausgehebelt werden kann.

Die SP2 wehrt sich gegen solches Vorgehen und verlangt einen sofortigen Vorgehensstopp. Die Abstimmung vom 12. Juni hat gezeigt, dass das Wohnungsproblem von der Bevölkerung als gravierend eingestuft wird.

Der vorliegende Fall ist exemplarisch um diesen Volkswillen auch im Bereich des privaten Wohnungsbaus umzusetzen. Die SP setzt sich dafür ein, dass die Stadt aktiv im Immobilienmarkt tätig wird um günstigen Wohnraum zu erhalten (Initiative "Wohnraum für alle").

Die Balintra AG soll mit der Stadt Zürich in Kontakt treten, um die Häuser an die Stiftung PWG (Stiftung für preiswerte Wohn- und Gewerbebau) zu verkaufen. Bis zum Abschluss der Verhandlungen müssen die Kündigungen an die BewohnerInnen sistiert werden.

Von einem privaten Investor

Von einem privaten Investor kann man nicht verlangen, dass er
sozialpolitische Einwände stets über wirtschaftliche Interessen stellt.
Von der Stadt hingegen schon.

Warum also habt ihr also nicht bereits bei eurer Wohnrauminitiative härtere Regeln für Vergabe von Projekten an Grossinvestoren gefordert? Dies scheint nämlich schon seit längerem ein Problem zu sein. Die Annahme eurer Initiative verändert ja nichts Grundlegendes. Trotzdem bin ich natürlich froh, dass die SP das Problem im Gegensatz zu den anderen Parteien nicht komplett ausblendet - entsprechend erwarte ich aber auch einiges ;)

Die nächsten Termine

12. September 2010 - 10:00
21. September 2010 - 19:30

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